Felix Brych: Auch Deutschlands Schiedsrichter ist ausgeschieden

Er hatte ein hochbrisantes Spiel zu leiten: Felix Brych wurde im Vorrundenmatch zwischen Serbien und der Schweiz weniger mit sportlichen Schwierigkeiten, als vielmehr mit politischen Statements konfrontiert. Das ging so weit, dass der serbische Trainer ihn hinterher ans Kriegsverbrechergericht nach Den Haag empfahl. Brych leitete das Spiel konsequent und streng. Eigentlich konnte man ihm nichts vorwerfen… Eigentlich.

Knifflige Situation

Die knifflige Situation im Spiel zwischen Serbien und der Schweiz spielte sich im Strafraum der Schweizer ab. Bei einem ziemlich undurchsichtigen Dreikampf, in den zwei schweizerische Abwehrspieler und der serbische Angreifer involviert waren, entscheid sich Brych gegen einen Strafstoß. Andere Kollegen hätten vermutlich anders entschieden. Eine krasse Fehlentscheidung war es hingegen nicht, sonst hätten die Videoassistenten eingegriffen. Doch egal, wie viele Fernsehbilder man sich auch ansah, es wurde nie ganz deutlich, ob nicht doch der erste Angriff vom Serben ausgegangen war. Abgesehen von dieser Situation leitete der deutsche Referee die Partie ohne Schwierigkeiten. Er sorgte mit seinen klaren Entscheidungen und deutlichen Ansagen für Ruhe auf dem Feld. Das war aufgrund der besonderen politischen Brisanz in dieser Partie nicht selbstverständlich.

Trotzdem erhielt Brych keine Gelegenheit mehr, sich bei der WM in Russland zu präsentieren. Vor vier Jahren in Brasilien hatte er immerhin zwei Einsätze vorzuweisen. Nun ist er nach nur einem Spiel nach Hause gereist. Gründe für die Nichtnominierung sind nicht erkennbar. Vor allem, wenn man bedenkt, wie unsicher einige seiner Kollegen in der K.O.-Runde agierten, kann man sicher sagen, dass Brych dies auch nicht schlechter gemacht hätte. Es bleibt vermutlich ein Geheimnis der FIFA-Entscheider, warum sie sich gegen den deutschen Schiedsrichter entschieden und ihm so auch die Gelegenheit nahmen, das Endspiel zu leiten. Die Erfahrung hätte er, konsequente Entscheidungen sind bei ihm zu erwarten. Vermutlich sollte dieses Jahr einfach kein Deutscher ins Endspiel kommen.

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